Einer meiner guten Fotokunden kam begeistert von „Teneriffa“ zurück, zeigte mir seine Dias vom Süden … da müssen Sie unbedingt in Ihrem kommenden Urlaub hin! Meine Frau meinte … man könne es ja einmal wagen. Schon Anfang August – und noch kein Urlaubsziel. Wir gingen in „Ulm“ zu einem der nahe gelegen Reisebüros – betrieben von der überregionalen Ulmer Zeitung „Südwestpresse“. Eine der Mitarbeiterinnen, die uns „en passant“ kannte, meinte gleich zu Anfangs, „Teneriffa Ja – der Süden für Sie Nein … Sie brauchen „Grün“ – den Norden“! Mit den Buchungen wird es aber ad hoc schwierig… mir fällt aber etwas ein, lassen Sie mich kurz telefonieren, ich hatte dort schon gearbeitet – und rief Ihr TIGAIGA an! Sie hatte bei Ihnen in den 80-er Jahren im Büro gearbeitet! Kurzes Telefonat – OK, geht in Ordnung! Und so kamen wir zu Ihnen.Anfang September 1987 – Senor Luis empfing uns mit gekühlten Sherry, gab uns den Zimmerschlüssel „123″, sofort fühlten wir uns dort wie daheim!
Die Quintessenz: 19 x „123″… 1 х „223″ … 1 x „323!Am Abend leitete uns Ihr Oberkellner Rafael zum Tisch… und das noch etliche Jahre … eine Seele von einem Menschen, immer hilfsbereit!Und erst Doña Gisela! In einem der ersten Jahre bat sie meine Frau solle kurz vor dem Heimflug den Inhalt ihres Bord-Case im Koffer verstauen … den Platz, würde sie brauchen um ihr – meiner Frau – mit Bromelien und ähnlichen Pflanzen eine Freude zu machen. Man merkte sofort bei den Frauen „stimmte die Chemie“! Meine Aufgabe daheim: Per Wasserzerstäuber den Bromelien Feuchtigkeit zukommen zu lassen. So hielten wir sie sehr lange am Leben! Auch die „Datura“ von Frau Talg blühte herrlich auf dem Balkon. Was wir hätten unterlassen sollen sie bei kühlerer Temperatur in eine Schlafzimmerecke zu stellen!Nach dem ich als mehrfach ausgebildeter Kaufmann bis dato mit Genauigkeit umgehen konnte und kann, wollte ich auch meine Ausgaben – Trinkgeld und ähnliches – als „gesammelte Beilagen“ am Ende meiner Alben nachlesen können. Da staunte ich doch wieder, als ich kürzlich bei der Aufstellung im Jahre 2000 alle Ausgaben fand, auch den jeweiligen Obolus für Ober, Bedienungen, Reception, Zimmerservice, Küche … und auf achtbare 230 DMark kam. Über meine „Erdinger-Weizenbier-Ausgaben“ im „Tinguaro“ machte ich im „Logbuchtext“ immer eine kleine, humorvolle Geschichte daraus.So schrieb ich gerne – und jedes Jahr aufs Neue – dass sie die teuersten „Erdinger“ meines Lebens darstellten mit Preisen (!)… in einem Jahr beim seinerzeitigen Kurs Ihrer Pesetas von sage und schreibe 9.03 DMark! Und trotz alledem ließ ich mich nicht abhalten, immer wieder dieses Bier zu trinken!
Der Abendhock im – eigentlich am „Tinguaro“ – mit Familien … mit denen wir „gut Freund“ wurden und mit unseren Bekannten, gab immer Anlass sich auch mit den Damen am Nebentisch zu unterhalten. Man sollte es nicht glauben – als „Glucke“ fungierte ein Herr Dr. ! Frau Bn, seinerzeit knapp vot 90 (!), ihre Tochter, mehrere Damen auch „Witzetante“ und Frau aus der „Schweiz“ hatten wir noch längere Zeit korrespondiert. Im Übrigen erinnerte ich mich auch gerne an meinen Vornamensbruder und seinen „Schwimmstil“ beim Crawlen! Schnell kam er zwar vorwärts, dafür aber auch sehr laut – durch seine falsche Beinarbeit! Wehe den Damen, die sich mit frischer Frisur in Ihrem Pool aufhielten – deren „kostenintensive Renovierung“ war, „für die Katz“! Da gab es aber noch zwei Rabauken im Pool – allerdings ohne Damen als „Mit-Bader“! und meine Wenigkeit. Wir beide spielten Seeschlachten, darunter die fiktive zwischen der „britischen Fregatte Lydia“ und dem viel größeren „spanischen Linienschiff“, der „Natividad“ – im „Golf von Fonseca“ – Mittelamerika. Demensprechend laut ging es her, wenn wir mit Armen und Beinen „Wasserbomben“ produzierten! Und wie unsere Frauen uns vom Pool-Rand aus schimpften! Dass mich dann ein Herr am Abend auch noch zum Trinken Ihres „Carlos Primero“ verleitete, hatte ich bis heute nicht vergessen. GOTT hab ihn selig!
Nun zu Ihnen! Frau Ursula erinnerte mich noch an einen Gang durch den Park mit reichlich hochinteressanten Erklärungen (p. 4). Auch das Dankesbriefchen an meine Frau für die kleinen Bettschühchen für ihr Erstgeborenes, hielt ich kürzlich wieder in der Hand! Frau Irene erklärte uns einmal – in Privataudienz – von den vielen Positionen, die das Hotel erfüllt hätte, um die begehrten Preise und Anerkennungen zu bekommen. Enrique Junior sehe ich noch, als wäre es gestern gewesen, an einer Küchenzeile lehnen – nach dem Umbau – wie er uns bei einer Küchenbesichtigung unter anderem berichtete, wie bei Ihnen beispielsweise die Öllabscheidung bei den diversen Spülvorgängen funktionierte. Auch Don Enrique sehe ich noch vor mir, wie er meiner Frau und mir die Schwierigkeiten erklärte, wie Ihre Familie mit dem Nachbargrundstück nicht groß weiterkam, obwohl sie schon viel in die Erneuerung und Renaturierung investiert hatten!Selbst Ihre Verwandtschaft Donna Elena hatten wir noch miterlebt. Was uns dabei auffiel, dass sie selbst vom Personal im Saal äußert aufmerksam bedient wurde. Meine Frau bezeichnete sie als „La grande Dame“ des Houses. Dann blieb mir in Erinnerung Herr Mailand, der mir gleich am ersten Abend 1987 half eine Fehleinschätzung los zu werden – meinen leichten Sommersakko! Aus langjähriger Erfahrung bei geschäftlichen und privaten Angelegenheiten – in meist sehr renommierten Hotels abgestiegen – trug man dort am Abend korrekte Kleidung, wenigstens Sakko, logischerweise auch lange Hose, noch besser Anzug. Bei Gesellschafterversammlungen, beispielsweise im „Sheraton in Frankfurt“ wäre man beim abendlichen Dinner ohne Smoking und langem Abendkleid fehl am Platze gewesen. Eingedenk dessen drängte mich meine Frau wenigstens den leichtesten Sakko mitzunehmen, was ich auch tat . So kam zumindest ich zu Ihnen in den Speisesaal, etwas jovial von andern Herren bestaunt! Das bemerkte auch Herr Mailand, der zu mir kam und uns lächelnd erklärte bei dieser Temperatur ohne Sakko trotzdem korrekt gekleidet zu sein. Er erfragte unsere Zimmernummer, gab einem jungen Mann vom Personal den Sakko, der ihn aufs Zimmer brachte. Später fand ich ihn korrekt auf einem Bügel hängend im Zimmer vor. Ein Super-Service – und unvergessen! Über all die Jahre trug ich anschließend – auch beim Essen – korrekt meist nur noch weiße Hose und weißes oder schwarzes Halbarm-Hemd.Sah mich dann Ihr Ober Florencio – schon ein Schlitzohr – so in meinem Dress, meinte er „Un verdadero capitán de la marina“… dass ich wie ein richtiger Marine-Kapitän aussehe!Da gab es in unseren Anfangsjahren noch eine Familie aus Teneriffa … Er ziemlich abgehoben – ohne Gruß für seine Mitgäste, die zierliche Frau an seiner Seite dagegen sehr freundlich. Die „Nachkommen“ erschienen am Sonntag zum Mittagsmenu – für sie fürstlich gedeckt im „Tingoaro“… immer für ein etwas naseweises Beschauen im Vorbeigehen gut.In Richtung Schluss – irgendwann sollte ich aufhören mit dem Heraussprudeln aus dem Langzeitgedächtnis !Doch einen Mann wollte ich keineswegs vergessen – Ihren Dauergast und Hausarzt Dr. Acevedo! Er fiel mir auf, da er die gleichen Schuhe wie ich trug, hochpreisige italienische BANFI-Slipper, nicht viel dran, aber bestens zum Gehen – in Deutschland kosteten sie seinerzeit mit über 400 DMark ein „Schweinegeld“! Dann kamen wir zum ersten Mal in Kontakt mit ihm bei sehr starken Rückenschmerzen meiner Frau – Ihre Reception hatte ihn zu uns gerufen. Wir verwiesen ihn auf ihre 4 Bandscheiben-OPs – er ließ 2 Tabletten „Paracetamol“ da … meine Frage nach den Kosten der Konsultation – er „veinte Deutschmark! Im Folgejahr, ähnliche Situation, dieses Mal konnte sich aber meine Frau gar nicht mehr bewegen – er ließ sie in Ihre „Clinica Bellevue“ bringen, wo man sie röntge. Auf den Bericht mussten wir lange warten, hatten aber das Glück, dass dort ein junger Arzt Dienst machte – und Deutsch sprach . Seine Eltern – ausgewandert von „Göppingen“, also fast „Ulmer“! Es ging meiner Frau wieder besser, die Bandscheiben strahlten eben wieder einmal aus! Die Rechnung über umgerechnet 570 DMark bezahlte ich per Karte bekam aber später die Kosten von unserer Kasse erstattet. Zum guten Ende: Ein Nachbar, der zufälligerweise Spanisch beherrschte, übersetzte uns den Arztbrief, Sie sehen – ich könnte noch stundenlang weiterberichten …
auch über Ihre diversen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter …ob das nun einst die Carmen betraf oder den Florencio, den Pedro, den Sandmaler Manuel, den stoischen Heriberto – und viele weitere standen in der Erinnerung vor mir! Emilio, der uns als Erster die Insel zeigte – nach unserem Gusto (!) – keine Touris! Er sollte für uns nur Lokale anfahren mit einheimischen Gästen! Das funktionierte! So entwickelten sich unsere Ausfahrten zu Exkursionen für Auge und Magen Ereignisse, die wir sonst nie erlebt hätten! Die Freundschaften meinten … der Kollege wird die Ausfahrten schon wieder organisieren – und es hatte 21 Jahre lang funktioniert .Und das alles gehörte zu unserem Leben! Eine herrliche Zeit bei Ihnen auch auf Ihrer „Balustrada“ – wie ich Ihren Ausblick nannte. Jeder im Freundeskreis wusste, dass wir am Abend von dort aus noch die Sonne bei LA PALMA ins Meer versinken sahen – wenigstens hie und da(!) … und mit einem Glas „Cordoniu“ in der Hand. Das Aufhören mit dem Erzählen fand ich schade, es reichte jetzt aber mit den Erinnerungen!Noch einmal vielen Dank für Ihre prompte Antwort, ein Zeichen auch dafür, dass Sie helfen wollten – und auch uns nicht ganz vergessen hatten.Freundliche Grüße an Sie alle, von Ihrem ehemals treuen Kunden und GastHelmut BaderEine Nachschrift:Wenn ich schon auf meine „Logbuch-Arbeit“ hinwies, wollte ich Ihnen mit einigen Muster-Seiten aus dem gerade zu bearbeitenden Jahr 2000 zeigen, wie der Tag ablief – und von mir „nacherlebt“ wurde – als wir seinerzeit zu Ihnen in den Urlaub flogen….Das 2000-Jahr angefangen am 23. 12. 2025 – bis jetzt 300 Seiten. Beginn TIGAIGA bei etwa 280 … plus 100 (?) (p. 6). Jetzt September in der Abfolge, fehlen also noch 3-4 Monate … ich schätze, dass ich wieder bei runden 500 Seiten – oder etwas mehr lande !
So schrieb ich gerne – und jedes Jahr aufs Neue – dass sie die teuersten „Erdinger“ meines Lebens darstellten mit Preisen (!)… in einem Jahr beim seinerzeitigen Kurs Ihrer Pesetas von sage und schreibe 9.03 DMark! Und trotz alledem ließ ich mich nicht abhalten, immer wieder dieses Bier zu trinken!